In der traditionellen Volksheilkunde des Mittelmeerraums taucht ein Hausmittel immer wieder auf, wenn es um hartnäckige Hautveränderungen wie kleine Warzen, Hühneraugen oder sogenannte Stielwarzen (Fibrome) geht: der milchig-weiße Saft des Feigenbaums ( Ficus carica ). Während in sozialen Netzwerken oft von schnellen Lösungen berichtet wird, lohnt sich eine nüchterne, dermatologische Betrachtung. Der Pflanzensaft enthält hochaktive biochemische Verbindungen, die zwar traditionell geschätzt werden, bei unsachgemäßer Anwendung jedoch erhebliche Hautreaktionen auslösen können. Was steckt im Milchsaft des Feigenbaums? Bricht man ein Blatt oder einen Zweig des Feigenbaums ab, tritt ein zähflüssiger, weißer Latexsaft hervor. Aus botanischer und biochemischer Sicht dient dieser Saft dem Baum als Abwehrmechanismus gegen Fressfeinde und Pilzinfektionen. Die beiden wichtigsten Wirkstoffgruppen sind: Proteolytische Enzyme (Ficin): Ficin ist ein eiweißspaltendes Enzym ähnlich dem Papain ...
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